Wer spezielle PC-Kenntnisse hat und beispielsweise chemische Analyse-Programme beherrscht, kann damit im Bewerbungsschreiben punkten.

Jede Bewerbungsbibel lehrt: EDV-Kenntnisse sind im Lebenslauf unverzichtbar. Das ist auch weitestgehend korrekt, wenn da nicht zwei große Unbekannte gleichzeitig auftauchen würden. 1.) Was sind EDV-Kenntnisse? 2.) Nach welchen Kriterien können diese bewertet werden? Diese Fragen soll dieser Beitrag beantworten und mögliche Formulierungsbeispiele geben.

Zunächst soll die Frage beantwortet werden, was eigentlich von einem Personalreferenten unter PC-Kenntnissen verstanden wird. Wird nichts Spezielles im Stelleninserat angegeben oder handelt es sich nicht um berufsspezifische Programme, werden in aller Regel MS Office-Kenntnisse gefordert. Wer seine Fähigkeiten detaillierter listen will, kann EDV-Kenntnisse in seinen Lebenslauf aufnehmen und unter den folgenden Gliederungspunkten die jeweiligen Programme listen.

  • Textverarbeitung: z.B. MS Word
  • Präsentationsprogramme: z.B. MS Power Point
  • Tabellenkalkulation: z.B. MS Excel
  • Bildbearbeitung: z.B. Adobe Photoshop
  • E-Mail-Programme: z.B. Lotus Notes
  • Programmiersprachen: z.B. Java
  • Betriebssystem: z.B. Windows
  • Grafikprogramme: z.B. Adobe InDesign

Besonders gut ist, wenn dahinter eine Erklärung steht, wie die jeweiligen Kenntnisse zu bewerten sind. Am leichtesten fällt dies, wenn Sie sich dafür an Schulnoten orientieren und „sehr gut“, „gut“ oder „befriedigend“ als Kriterium nennen. Alternativ können Sie auch „Grundkenntnisse“ anstatt „befriedigend“ schreiben oder ihre Kenntnisse mit „Grundkenntnissen“, „Experten-Kenntnissen“ und „herausragenden Kenntnissen“ titulieren. Eine allgemeingültige Regelung (wie beispielsweise bei Sprachkenntnissen) gibt es bei PC-Kenntnissen hingegen nicht. Wichtig ist, dass der Personalreferent eindeutig verstehen kann, wie gut Sie welches PC-Programm beherrschen.

Zertifikate wirken!

Unabhängig davon, ob Sie Ihre PC-Kenntnisse im Lebenslauf unterbringen oder ob Sie wichtig genug für die Stelle sind, um im Bewerbungsschreiben erwähnt zu werden – Zertifikate wirken immer. Wenn Sie also einen Computerkurs gemacht haben, der noch nicht Jahre zurückliegt, können Sie dieses Zertifikat zu den Anlagen Ihrer Bewerbung legen. Aber Achtung: Zertifikate, die älter als drei Jahre sind, sollten Sie nicht mehr beilegen. Dann sind die Inhalte der PC-Welt nämlich meist schon ein „alter Hut“.

PC-Kenntnisse im Bewerbungsschreiben formulieren

Im Lebenslauf sollten PC-Kenntnisse eigentlich immer aufgeführt werden – nicht zuletzt deswegen, weil es sich dabei um Qualifikationen handelt, die das sprichwörtliche Zünglein an der Waage sein könnten, wenn es um die Entscheidung geht, welcher Bewerber zum Vorstellungsgespräch geladen wird oder welcher Bewerber die Stelle letztlich ergattern kann.

An Universitäten steht die Nutzung von Computern in der Regel auf dem Stundenplan. Wer allerdings spezielle PC-Kenntnisse hat, kann diese auch im Bewerbungsschreiben nennen.

Ins Bewerbungsschreiben dürfen die PC-Kenntnisse indes nur, wenn es sich um Kenntnisse ganz spezieller Programme handelt und Sie den Kenntnisstand nicht in eine tabellarische Liste wie den Lebenslauf pressen können, sondern in Worten beschreiben müssen, welche Fähigkeiten Sie haben. Aber Achtung: PC-Kenntnisse sollten nur dann im Bewerbungsschreiben in Worte gefasst werden, wenn diese auch explizit im Stelleninserat gefordert werden.

Das heißt: Wenn PC-Kenntnisse dem Personalreferenten so wichtig sind, dass Sie mehr als nur eine Randnotiz in der Stellenanzeige sind, dann dürfen sie auch in der Bewerbungsmappe mehr sein als nur eine Erwähnung im tabellarischen Lebenslauf. Besonders serviceorientiert sind Sie, wenn Sie den Personalreferenten wissen lassen, wie Sie sich mit dem Programm in der Regel beschäftigen, damit er sich ein Bild Ihrer Kenntnisse machen kann.

Mögliche Formulierungen wären dabei:

  • „Während meiner Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital und Print habe ich diverse Programme der Adobe Creative Suite 6 erlernen dürfen. Heute arbeite ich als Mediengestalterin in einem Satzbüro, das sich auf die Erstellung von Print-Broschüren fokussiert hat. Deswegen arbeite ich in erster Linie mit Adobe InDesign (Version CS6) und Adobe Photoshop (Version CS6).“
  • „Als mein Arbeitgeber SAP eingeführt hat, hatten wir die Möglichkeit, eine einwöchige Schulung zu besuchen, die speziell die für uns erstellten Programmdetails erläutern sollte. Anschließend habe ich als Fachkraft für Lagerlogistik SAP zur Erfassung und Dokumentation der Lagerbestände genutzt. Ich könnte sicherlich auch andere SAP-Spezifika hinzulernen.“
  • „Meine Leidenschaft für Tabellenkalkulationen und die Umsetzung in anschauliche Grafiken passt im Grunde genommen nicht wirklich zu meinem erlernten Beruf als Fremdsprachenkorrespondentin. Doch für mich ist dies genau der Grund, mich in Ihrem Betrieb als Fremdsprachensekretärin zu bewerben – denn so kann ich Kalkulationen durchführen, diese grafisch aufbereiten und in mehreren Sprachen betiteln.“
  • „Ich bin Selfmade-Programmierer. Die Webseiten, die meiner Bewerbungsmappe beiliegen habe ich selbst grafisch gestaltet und mit dem Content-Management-System WordPress so ausgestattet, dass sie einfach und schnell zu pflegen sind. Gerne würde ich meine Kenntnisse während einer Ausbildung in Ihrem Betrieb professionalisieren.“

Schummeln lohnt sich nicht!

Auch wenn es noch so schön klingen würde, wenn Sie alle im Stellenprofil geforderten Programme aus dem Effeff beherrschen, wenn dies nicht der Fall ist, dürfen Sie das auch nicht in Ihrer Bewerbung angeben. Bleiben Sie in jedem Fall bei der Wahrheit, sonst werden Sie beim Probearbeiten oder allerspätestens in der Probezeit als Hochstapler enttarnt – und egal, wie gut oder schlecht ihre Kenntnisse dann wirklich sind. Ihr Arbeitgeber wird sich nur noch daran erinnern, dass Sie angaben, „sehr gute SAP-Kenntnisse“ zu haben, doch in Wahrheit das Programm ein- oder zweimal bedient haben.

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