Die erste Hürde auf dem Weg zu Deinem neuen Job ist die Bewerbung. Durch Deine Bewerbung stellst Du Dich vor und signalisierst Dein Interesse an der ausgeschriebenen Stelle. Gleichzeitig möchtest Du den Arbeitgeber davon überzeugen, dass Du der richtige Kandidat für die Position sein könntest. Du willst also, dass der Arbeitgeber auf Dich aufmerksam wird. Und Du möchtest sein Interesse daran wecken, Dich bei einem Vorstellungsgespräch persönlich kennenzulernen. Aber wie schaffst Du das? Wie schreibt man eine gute Bewerbung? Antworten darauf und viele weitere Tipps rund um die Bewerbung findest Du hier.

Wie schreibt man eine Bewerbung?

Wie schreibt man eine Bewerbung?Eines gleich vorweg: Ein pauschales Patentrezept, wie Du die perfekte Bewerbung schreibst, gibt es nicht. Natürlich unterliegt eine Bewerbung einer gewissen Form. So umfasst eine Bewerbung bestimmte Unterlagen, die in einer festgelegten Reihenfolge in die Bewerbungsmappe einsortiert werden. Für die Unterlagen selbst gibt es Vorgaben und Regeln, aber auch jede Menge Tipps und Tricks. Und auch was die Inhalte einer Bewerbung angeht, kannst Du Dich an bewährten Mustern und zahlreichen Ratschlägen orientieren. Aber eine gelungene Bewerbung kennzeichnet sich nicht nur durch eine ansprechende Optik und aussagekräftige Inhalte. Es kommt noch ein weiterer und sehr entscheidender Faktor dazu: die Individualität. Durch Deine Bewerbung stellst Du Dich vor. Es geht also um Dich als Person, um Deine Qualifikation und um Deine Stärken. Vielleicht kannst Du keine praktische Berufserfahrung vorweisen. Vielleicht ist Dein bisheriger Werdegang nicht ganz so geradlinig. Vielleicht hast Du die Schule abgebrochen, eine Ausbildung hingeschmissen, verschiedenste Jobs gemacht oder längere Zeit nicht gearbeitet. Das heißt aber noch lange nicht, dass Du für die ausgeschriebene Stelle automatisch nicht qualifiziert bist. Es heißt zunächst einmal nur, dass Du keinen Bilderbuch-Lehrgang mitbringst. Trotzdem kannst Du die perfekte Besetzung für die Position sein und dem Arbeitgeber echte Vorteile bieten. Genau darum geht es bei einer Bewerbung: Du wirbst für Dich – ohne falsche Versprechungen, ohne Beschönigungen, aber eben auch ohne Dich unter Wert zu verkaufen.

 

Was sind die Bestandteile einer Bewerbung?

Zu einer vollständigen Bewerbung gehören immer das Anschreiben, Dein Lebenslauf und Zeugnisse. Zusätzlich zu diesen grundlegenden Pflichtbestandteilen kann Deine Bewerbung ein Deckblatt und die sogenannte Dritte Seite enthalten. Diese Bestandteile sind aber freiwillig.

Bestandteile einer Bewerbung

Das Anschreiben

Das Anschreiben bildet zusammen mit dem Lebenslauf das Herzstück Deiner Bewerbung. Durch das Anschreiben stellst Du Dich vor. Außerdem erklärst Du dem Arbeitgeber, warum Du ausgerechnet für ihn tätig werden willst, warum Du die ausgeschriebene Stelle haben möchtest und was Dich dafür qualifiziert. Dein Ziel dabei ist, dass Du Dich aus der Masse hervorhebst, die Aufmerksamkeit des Arbeitgebers auf Dich lenkst und ihn dazu bringst, Dich zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Damit Dein Anschreiben diese Aufgaben erfüllen kann, muss es sowohl optisch als auch inhaltlich überzeugen.

 

Der Aufbau des Bewerbungsanschreibens

Wenn Du Dein Anschreiben erstellst, kannst Du Dich an einem grundlegenden Schema orientieren. Demnach ist ein Anschreiben wie folgt aufgebaut:

  • Ganz oben stehen Dein vollständiger Name und Deine Kontaktdaten.
  • Im nächsten Abschnitt ordnest Du die Empfängerdaten an. Hier stehen also der Name des Unternehmens, der Name Deines Ansprechpartners und die Anschrift des Unternehmens. Diese Daten platzierst Du linksbündig.
  • Unter der Empfängeradresse platzierst Du den Ort und das Datum. Diese Angaben stehen am rechten Blattrand.
  • Als nächstes kommt die Betreffzeile. Mit der Betreffzeile beginnt das eigentliche Anschreiben. In der Betreffzeile gibst Du an, worum es in Deinem Schreiben geht. Du schreibst also beispielsweise „Bewerbung als …“. Wichtig ist, dass Du die Berufs- oder Positionsbezeichnung angibst, die in der Stellenanzeige angegeben war. Hat das Inserat eine Kennziffer, gibst Du sie ebenfalls an. Die Betreffzeile wird fett gedruckt.
  • Auf die Betreffzeile folgt die Anredeformel. Diese beginnt mit „Sehr geehrte/r Frau/Herr“. Das klingt zwar ein bisschen altmodisch, ist aber nach wie vor der Standard. Wichtig ist, dass Du Deinen Ansprechpartner direkt benennst. In der Stellenanzeige ist meist angegeben, wer für die Bewerbungen zuständig ist. Steht dort nichts, kannst Du vielleicht über die Unternehmenshomepage herausfinden, an wen Du Deine Bewerbung richten musst. Wirst Du auch hier nicht fündig, ruf beim Unternehmen an und frag nach. Eine unpersönliche Anrede („Sehr geehrte Damen und Herren“) macht keinen guten Eindruck. Deshalb sollte das nur die absolute Notlösung sein.
  • Deinen eigentlichen Text gliederst Du in mehrere Abschnitte. So wird das Anschreiben übersichtlicher und leichter lesbar. Auf die Inhalte des Textes gehen gleich noch näher ein.
  • Dein Anschreiben endet mit der Grußformel („Mit freundlichen Grüßen“ oder „Mit freundlichem Gruß“) und Deiner handschriftlichen Unterschrift.
  • Ganz unten weist Du noch auf die Anlagen hin. Hierbei reicht es aber aus, wenn Du wirklich nur das Wort „Anlagen“ schreibst. Du musst nicht jedes Dokument einzeln aufführen.

 

Die Inhalte Deines Anschreibens

Dein Anschreiben sollte vier wesentliche Fragen beantworten, nämlich:

  1. Warum möchtest Du die ausgeschriebene Stelle haben?
  2. Warum möchtest Du ausgerechnet für diesen Arbeitgeber tätig werden?
  3. Welche Qualifikationen für die Stelle bringst Du mit?
  4. Was ist Deine Motivation?

Oder anders ausgedrückt: Warum sollte sich der Arbeitgeber ausgerechnet für Dich entscheiden?
Um dem Arbeitgeber eine aussagekräftige und überzeugende Antwort auf diese Fragen zu liefern, kannst Du wie folgt vorgehen:

  • Lies Dir zuerst die Stellenanzeige ganz genau durch. Darin ist beschrieben, welche Anforderungen an Dich als Bewerber gestellt werden. Überlege Dir dann, durch welche Qualifikationen, Erfahrungen oder Kenntnisse Du die Anforderungen erfüllst.
  • Mach Dir anschließend Gedanken darüber, worauf es bei dem Beruf sonst noch ankommt. Recherchiere typische Aufgaben und Tätigkeiten. Informiere Dich über wichtige Kompetenzen und Eigenschaften. Auch hier solltest Du Dir dann wieder überlegen, was Dich auszeichnet und wo Deine Stärken liegen.
  • Schließlich solltest Du Dich über den Arbeitgeber informieren. Was zeichnet die Firma aus? Wie ist die Unternehmensphilosophie? Welche Produkte stellt das Unternehmen her? Überlege Dir, warum ausgerechnet dieser Betrieb Dein Wunscharbeitgeber ist.
    Wenn Du diese Informationen zusammengetragen hast, kannst Du daraus Dein Anschreiben formulieren. Den Text solltest Du dabei in Abschnitte aufteilen. Schreibe also keinen Fließtext, denn so lässt sich Dein Anschreiben nur schwer lesen. Drei bis fünf Absätze reichen völlig aus. Du sollst keinen Roman schreiben und auf jedes noch so kleine Detail ausführlich eingehen. Es geht vielmehr darum, dass Du auf den Punkt kommst und das besonders betonst, worauf es ankommt. Aber was heißt das konkret?
  • Die Einleitung ist Deine erste Chance, um positiv aufzufallen. Im Idealfall gelingt es Dir, schon mit dem ersten Satz das Interesse des Arbeitgebers zu wecken. Du solltest deshalb versuchen, Dein Anschreiben originell zu beginnen. Verschone den Arbeitgeber mit Einleitungen wie
  • Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen. Deshalb bewerbe ich mich hiermit um die Position als …
  • Die Tätigkeit, die Sie in der Stellenanzeige beschreiben, hat mich sofort angesprochen. Da ich mich einer neuer beruflichen Herausforderung stellen möchte, bewerbe ich mich hiermit um die Stelle als …

Solche Einleitungen sind aus zwei Gründen nicht sehr clever. Der erste Grund ist, dass jeder Arbeitgeber solche und ähnliche Einleitungen schon 1000mal gelesen hat. Deshalb ist er gelangweilt davon. Mitunter wird er diesen Abschnitt gar nicht mehr richtig lesen, sondern sich direkt dem nächsten Absatz widmen. Sollte Deine Einleitung aber vielleicht doch irgendeine wichtige Info enthalten, geht sie so möglicherweise unter. Der zweite Grund ist, dass eine solche Einleitung letztlich überhaupt nichts aussagt. Woher Du von der Stelle weißt und dass Du Dich bewirbst, steht ja schon im Betreff. Außerdem erkennt der Arbeitgeber auch so, dass er eine Bewerbung vor sich hat. Das musst Du ihm nicht extra noch mitteilen. Und dass Du Interesse an der Stelle hast, die Tätigkeit Dir zusagt oder Du Dich beruflich verändern willst, ist selbstverständlich. Sonst würdest Du Dich ja nicht bewerben. Verschwende die Einleitung also nicht mit unnötigem Blabla. Überlege Dir stattdessen eine nicht alltägliche Standardeinleitung. Dabei kannst Du ruhig Dein bestes Argument gleich am Anfang nennen. Das ist dann wie bei einem guten Zeitungsartikel: Wenn Du eine Zeitung aufschlägst und eine interessante Schlagzeile sieht, liest Du Dir die ersten zwei, drei Sätze durch. Sie sind sie langweilig und nichtssagend, liest Du den Artikel wohl nicht zu Ende. Bei Deinem Anschreiben ist es dasselbe.

Die Schlagzeile ist in diesem Fall das Wort „Bewerbung“. Und Deine Einleitung entscheidet darüber, ob der Arbeitgeber den ganzen Text lesen will oder nicht. Um Dich aus der Masse hervorzuheben, kannst Du als Einleitung beispielsweise schreiben:

  • Sie suchen einen engagierten, kompetenten und verantwortungsbewussten Mitarbeiter. Ich bringe diese Eigenschaften und zusätzlich dazu … Jahre Berufserfahrung mit.
  • Warum ich mich um die Stelle als … bewerbe? Weil ich die genannten Anforderungen erfülle und mir mein Beruf viel Freude bereitet. Und weil ich Teil Ihres Teams werden möchte.
  • Nachdem ich … Jahre lang im Bereich … tätig war, hat mich mein beruflicher Weg dann in Richtung … geführt/habe ich mich dann meiner Familie gewidmet. Nun möchte ich zu meinen beruflichen Wurzeln zurückkehren. Ich bin mir sicher, mein fachliches Wissen und Können, aber auch meine Erfahrung gewinnbringend für die Tätigkeit als … nutzen zu können.

Bewerbung am TelefonHast Du zuvor mit dem Arbeitgeber telefoniert, kannst Du selbstverständlich auch das Telefonat für den Einstieg verwerten. Beispielsweise so: „Vielen Dank für das freundliche und informative Telefonat. Sehr gerne schicke ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen zu.“ Hat Dir ein Mitarbeiter des Unternehmens von der Stelle erzählt, kannst Du das ebenfalls als Aufhänger nutzen. Du kannst dann zum Beispiel schreiben „Im Gespräch mit Herr/Frau … habe ich erfahren, dass Sie … suchen. Sehr gerne stelle ich mich Ihnen als zuverlässiger und motivierter … mit … Jahren Berufserfahrung vor.“

Im Mittelteil führst Du aus, was Dich für die Stelle qualifiziert. Du beschreibst also Deine fachlichen Kenntnisse und Deine persönlichen Stärken. Außerdem erklärst Du Deine Motivation für den Job. Hierbei kommt es auf drei Dinge an:

1. Wiederhole nicht nur Deinen Lebenslauf. Natürlich kannst Du kurz auf die wichtigsten Stationen eingehen. Wann und wie lange Du in welcher Position gearbeitet hast, ist aber nicht das Entscheidende. Es kommt vielmehr darauf an, dass Du aufzeigst, was Du aus Deinen bisherigen Aufgaben und Tätigkeiten gelernt hast. Und inwiefern Dir dieses Wissen und Können dabei helfen wird, die Aufgaben und Herausforderungen der neuen Stelle zu meistern. Versuche dem Arbeitgeber Infos zu liefern, die neu sind und so nicht schon im Lebenslauf stehen.

2. Mach keine leeren Versprechungen. Zähle nicht nur positive Eigenschaften und wichtige Kompetenzen auf. Jeder kann von sich behaupten, dass er motiviert, flexibel, belastbar oder zuverlässig ist. Damit solche Behauptungen an Tiefe gewinnen, musst Du sie mit konkreten Beispielen belegen können. Überlege Dir also eine Aufgabe, ein Projekt oder ein Ereignis und erläutere, wie Du in dieser Situation welche Kompetenzen unter Beweis stellen konntest.

3. Komm auf den Punkt. Beschränke Dich auf die Aspekte, die für den Job wirklich von Bedeutung sind. Es mag ja sein, dass Du viele gute Eigenschaft hast. Aber nicht jeder Charakterzug spielt im Beruf eine Rolle. Und es kann sein, dass Du stundenlang über Dich und Dein Leben erzählen könntest. Durch das Anschreiben möchte der Arbeitgeber aber auch in Erfahrung bringen, ob Du Prioritäten setzen kannst. Greife Dir also drei, vier entscheidende Aspekte heraus – und belasse es dabei.

Der Schlussteil bietet Dir Gelegenheit, den Arbeitgeber über formale Sachverhalte zu informieren. Hier schreibst Du also beispielsweise, wann Du die Stelle antreten könntest. Steht in der Stellenanzeige, dass Du Deine Gehaltsvorstellungen angeben sollst, erfolgt diese Angabe ebenfalls im Schlussteil. Außerdem erklärst Du dem Arbeitgeber, dass Du gerne zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden möchtest. Formulieren kannst Du das beispielsweise so:

  • Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe, freue ich mich sehr über Ihre Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen.
  • Ich freue mich sehr über Ihre positive Rückmeldung.
  • Ich freue mich, wenn Sie mir Gelegenheit geben, Sie im persönlichen Gespräch von meiner Motivation zu überzeugen.
  • Ihren ersten Eindruck von mir vervollständige ich sehr gerne im persönlichen Gespräch.
  • Zu weiteren Einzelheiten stehe ich Ihnen gerne bei einem Vorstellungsgespräch Rede und Antwort.
    Verzichte in Deinem Schlusssatz aber unbedingt auf den Konjunktiv! „Würde“ -Formulierungen wirken nicht höflich, sondern nur unsicher. Außerdem würdest Du Dich nicht freuen, wenn Deine Bewerbung erfolgreich ist. Du wirst Dich freuen. Du willst den Job ja auch nicht nur vielleicht haben.

 

Noch ein Wort zur Angabe der Gehaltsvorstellungen:

GehaltsvorstellungenIn vielen Stellenanzeigen steht, dass Du angeben sollst, welches Einkommen Dir vorschwebt. Wenn Du zur Angabe Deiner Gehaltsvorstellungen aufgefordert wirst, solltest Du dieser Aufforderung unbedingt auch nachkommen. In vielen Fällen steht zwar schon im Vorfeld fest, wie viel Du verdienen wirst. Der Arbeitgeber hat natürlich einen gewissen Spielraum, aber die Gehaltsstrukturen sind im Großen und Ganzen festgelegt. Oft wird sich das Einkommen zudem am geltenden Tarifvertrag orientieren. Trotzdem möchte der Arbeitgeber durch Deine Angabe zwei Dinge in Erfahrung bringen. So will er zum einen tatsächlich wissen, wie hoch Deine Einkommenswünsche sind. Dadurch kann er nämlich abschätzen, ob ihr ungefähr die gleichen Vorstellungen habt oder ob ihr so weit auseinander liegt, dass Verhandlungen wenig Sinn machen würden. Zum anderen kann der Arbeitgeber an Deiner Angabe abschätzen, ob Du Deinen Marktwert kennst. Er sieht also, ob Du realistisch einschätzen kannst, welches Gehalt Du bei Deiner Qualifikation und Berufserfahrung verlangen kannst. Und ob Du Dich darüber informiert hast, was in der Branche, in dem Beruf und in der Region üblich ist.

Damit Du ermitteln kannst, welches Gehalt angemessen ist, kannst Du Dich in Tarifverträgen, auf Gehaltsvergleichsportalen und mittels öffentlichen Gehaltsspiegeln aus Deiner Region informieren. Du kannst auch in Stellenbörsen nachsehen, denn manchmal ist in Anzeigen angegeben, wie hoch das Einstiegsgehalt ist. Hast Du einen realistischen Wert ermittelt, kannst Du etwa fünf bis zehn Prozent aufschlagen. Bewirbst Du Dich um eine höhere Position, darf der Aufschlag auch höher ausfallen. Bist Du berufstätig, kannst Du Dein derzeitiges Gehalt als Ausgangspunkt nehmen. Ein kleiner Aufschlag macht deshalb Sinn, weil Du so noch etwas Verhandlungsspielraum nach unten hast. Pokere aber nicht zu hoch! Gibst Du einen Gehaltswunsch an, der deutlich über dem liegt, was andere Bewerber mit der gleichen Qualifikation und Berufserfahrung verlangen oder was branchenüblich ist, riskierst Du, dass Deine Bewerbung aussortiert wird. Die Angabe selbst erfolgt immer als Bruttoeinkommen pro Jahr. Du kannst dabei eine ganz konkrete Zahl nennen. Bist Du etwas vorsichtiger, kannst Du auch einen Bereich von bis angeben. Bedenke dann aber, dass sich der Arbeitgeber wohl eher in Richtung unterer Wert orientieren wird. Formulieren kannst Du Deinen Gehaltswunsch beispielsweise so:

  • Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei einem Jahreseinkommen von etwa … Euro brutto.
  • Als Jahresgehalt stelle ich mir … Euro brutto vor.
  • Meine Gehaltsvorstellungen bewegen sich in einem Bereich zwischen … Euro und … Euro brutto pro Jahr.
  • Ausgehend von meiner Qualifikation und Berufserfahrung erscheint mir ein jährliches Bruttoeinkommen im Bereich von … Euro angemessen.

 

Die Optik Deines Bewerbungsanschreibens

KurzbewerbungDas Anschreiben ist das erste Dokument, das der Arbeitgeber sieht, wenn er Deine Bewerbung in die Hand nimmt. Sehr wichtig ist deshalb, dass das Anschreiben ansprechend aussieht. Ein schmutziges, verknicktes Blatt Papier oder eine chaotische Anordnung wirken unprofessionell. Achte also darauf, dass Dein Anschreiben so gestaltet ist, dass der Arbeitgeber Lust hast, es zu lesen. Neben ordentlichem Papier ohne Flecken und Eselsohren gehört hierzu auch eine angenehm lesbare Schrift. Verzichte auf ausgefallene Schriften, die zwar nett aussehen und kreativ wirken, aber kaum zu entziffern sind. Mit Standardschriften bist Du auf der sicheren Seite. Die Größe sollte bei 12 Punkt liegen. Viele bunte Schriften, nette Bildchen oder Smileys und Emoticons haben in einem Anschreiben ebenfalls nichts zu suchen. Gleiches gilt für Rechtschreib-, Grammatik-, Tipp- und andere Flüchtigkeitsfehler. Behalte immer im Hinterkopf, dass eine Bewerbung die erste Arbeitsprobe ist, die der Arbeitgeber von Dir bekommt. Wenn Du Dir schon bei der Bewerbung Fehler leistet und wenig Sorgfalt walten lässt, wird er vermuten, dass das im Arbeitsalltag auch nicht anders sein wird. Für die Länge gilt, dass Dein Anschreiben auf eine DIN A4-Seite passen muss.

 

Der Lebenslauf

Der LebenslaufNeben dem Anschreiben ist der Lebenslauf das zweite zentrale Element Deiner Bewerbung. Während es im Anschreiben um Deine Eignung, Deine Motivation und Deine Stärken geht, stehen beim Lebenslauf Daten und Fakten im Vordergrund. Der Lebenslauf fasst Deinen bisherigen Werdegang zusammen. Da dies in einer übersichtlichen, kurzen und knappen Form erfolgt, wird der Lebenslauf auch als tabellarischer Lebenslauf bezeichnet. Tabellarisch bedeutet dabei nicht, dass Du tatsächlich eine echte Tabelle erstellt. Stattdessen ist damit gemeint, dass Dein Lebenslauf in zwei Spalten aufgeteilt ist. In der linken Spalte stehen normalerweise Zeitangaben, in der rechten Spalte ergänzende Daten dazu. Normalerweise deshalb, weil es noch eine andere Möglichkeit der Anordnung gibt. Dazu später mehr.

Der größte Pluspunkt von einem Lebenslauf ist seine klare, übersichtliche Struktur: Alle Angaben sind systematisch und in einheitlicher Form aufgeführt. Der Arbeitgeber kann sich so schnell und einfach einen Überblick verschaffen. Außerdem kann er die Infos, die ihn besonders interessieren, auf einen Blick herausfiltern. Dieser Pluspunkt ist zugleich auch das entscheidende Merkmal für einen gelungenen Lebenslauf.

 

Der Aufbau eines Lebenslaufs

Damit die Daten und Fakten zu Deinem bisherigen Werdegang übersichtlich dargestellt sind, ordnest Du sie nicht nur in zwei Spalten an. Stattdessen fasst Du sie in mehreren Kategorien zusammen. Du wählst also bestimmte Überschriften und listest die entsprechenden Angaben in diesen Rubriken auf. Bewährt hat sich dabei eine Gliederung nach folgendem Schema:

1. Persönliche Daten. Hierbei gibst Du Deinen vollständigen Namen, Deine Anschrift und Deine Kontaktdaten an. Außerdem nennst Du Dein Geburtsdatum und Deinen Geburtsort. Deine Staatsangehörigkeit musst Du nur dann angeben, wenn Du aus einem Land kommst, bei dem eine Arbeitsgenehmigung in Deutschland erforderlich ist. Ansonsten kannst Du es Dir aussuchen, ob Du Deine Staatsangehörigkeit nennen willst oder ob nicht. Deine Konfession oder eine Parteizugehörigkeit solltest Du angeben, wenn dies eine Voraussetzung für die gewünschte Stelle ist. Bewirbst Du Dich beispielsweise bei einer kirchlichen Einrichtung und gehört eine bestimmte Religionszugehörigkeit zu den Einstellungsbedingungen, solltest Du Deine Konfession angeben. Gleiches gilt bei der Bewerbung bei einer politischen Partei. Ansonsten behältst Du Deine Religion und Deine politische Gesinnung für Dich. Deinen Familienstand, Deine Eltern und Deine Geschwister musst Du in Deinem Lebenslauf ebenfalls nicht erwähnen.

2. Berufspraxis. In diese Rubrik gehören Deine praktischen Berufserfahrungen. Dabei gibst Du bei jeder Tätigkeit den Zeitraum, den Namen und die Anschrift des Arbeitgebers und die Berufs- oder Positionsbezeichnung an. Außerdem solltest Du Deinen Aufgabenbereich kurz und prägnant beschreiben. Besondere Erfolge oder Leistungen kannst Du natürlich ebenfalls erwähnen. Die Beschreibung gestaltest Du am besten stichwortartig. Nach Möglichkeit solltest Du Deine Aufgaben und Tätigkeiten dabei aber so beschreiben, dass ein Bezug zur jetzt angestrebten Stelle entsteht.

3. Bildungsweg. Diese Rubrik fasst Deine berufliche und/oder schulische Ausbildung zusammen. Was die Schule angeht, reicht es, wenn Du Deinen höchsten Bildungsabschluss angibst. Dazu nennst Du die Schule mit Anschrift, die Art des Abschlusses und die Abschlussnote. Hast Du studiert, nennst Du die Uni, Deine Studienfächer und Deinen Abschluss. Bei einer Berufsausbildung führst Du Deinen Ausbildungsbetrieb mit Adresse, die Art der Ausbildung und Deinen Abschluss auf. Außerdem solltest Du stichwortartig die wichtigsten Inhalte Deiner Ausbildung auflisten. Versuche aber auch hier wieder, die Angaben so zu gestalten, dass sich ein Nutzen für die ausgeschriebene Stelle ergibt.

4. Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Bringst Du Zusatzqualifikationen mit oder hast Du Weiter- und Fortbildungen besucht, die für die angestrebte Stelle nützlich sein könnten, führst Du sie hier auf. Außerdem benennst Du in dieser Kategorie Fertigkeiten wie Fremdsprachen- oder Computerkenntnisse. Diese solltest Du konkret benennen und einstufen. Bleibe dabei aber ehrlich! Es bringt nichts, wenn Du von sehr guten Englischkenntnissen schreibst, im Vorstellungsgespräch dann aber eine Frage auf Englisch nicht verstehst.

5. Sonstiges und Hobbys. In dieser Rubrik ist Platz für alle Infos, die für Dich sprechen, aber nicht zur Berufspraxis oder Deinem Bildungsweg gehören. Dies können Fertigkeiten im Zusammenhang mit Ehrenämtern, Hobbys oder persönlichen Interessen sein. Achte aber darauf, dass Deine Freizeit nicht zu viel Raum einnimmt. Sonst könnte nämlich der Eindruck entstehen, dass Du in Deine Hobbys mehr Energie steckst als in die Schule oder den Beruf.

 

Die Anordnung der Daten im Lebenslauf

Um Deine Daten im Lebenslauf anzuordnen, hast Du zwei Möglichkeiten:

A. Chronologisch. Bei dieser Anordnung folgst Du der Zeitachse. Das bedeutet, Du fängst mit der Station an, die am weitesten in der Vergangenheit liegt. Alle weiteren Stationen nennst Du dann in der tatsächlichen Reihenfolge. Deine aktuelle Station steht ganz am Ende.

B. Gegenchronologisch. Diese Anordnung wird auch als amerikanische oder britische Form bezeichnet. Hierbei beginnst Du mit der aktuellen Station und gehst dann zeitlich rückwärts. Die Station, die am weitesten in der Vergangenheit liegt, bildet somit die letzte Station in Deinem Lebenslauf.

Für welche Anordnung Du Dich entscheidest, bleibt letztlich Deinem Geschmack überlassen. Mittlerweile ist es üblich, die gegenchronologische Anordnung zu wählen. Dies liegt daran, dass Du so die Aufmerksamkeit des Arbeitgebers darauf lenkst, was Du aktuell machst. Für den Arbeitgeber ist dies in aller Regel auch interessanter als das, was Du vor zehn Jahren gemacht hast. Andererseits kann sich die chronologische Anordnung als vorteilhafter erweisen, wenn Du Dich um eine Stelle bewirbst, die mit Deiner jetzigen Tätigkeit nicht viel zu tun hat. Oder wenn Du derzeit arbeitslos bist. Durch die chronologische Anordnung steht nämlich Dein Werdegang als solches stärker im Mittelpunkt.

Eine dritte Möglichkeit der Anordnung ist der sogenannte funktionale Lebenslauf. Hierbei ordnest Du Deine Stationen nicht anhand von Zeitdaten an. Stattdessen stehen in der linken Spalte Stichwörter, die eine Funktion, einen Aufgabenbereich oder eine Eigenschaft beschreiben. In der rechten Spalte führst Du dann auf, wo, wie und wann das Merkmal zum Tragen kam. Diese Form des Lebenslaufs kann sinnvoll sein, wenn Du Deine Jobs sehr oft gewechselt hast oder in vielen unterschiedlichen Bereichen tätig warst. Sprünge, Brüche und Lücken fallen hier nämlich nicht so auf. Stattdessen wird die Aufmerksamkeit auf Deine Fähigkeiten gelenkt. Allerdings ist ein funktionaler Lebenslauf eher selten und nicht bei allen Arbeitgebern gerne gesehen.

 

Die Gestaltung des Lebenslaufs

Für den Lebenslauf gibt es eine klare Vorgabe: Er muss übersichtlich und klar strukturiert sein. Beachte deshalb folgende Tipps zum Layout:

  • Ordne die Daten einheitlich und gut lesbar an. Achte darauf, dass die Angaben sauber untereinander stehen und nicht unterschiedlich eingerückt sind.
  • Deine Schrift sollte 10 bis 12 Punkt groß sein. Die Überschrift „Lebenslauf“ und die Zwischenüberschriften darfst Du natürlich größer wählen und/oder fett drucken.
  • Wenn Du einzelne Angaben durch Fett- oder Kursivdruck betonen willst, behalte dieses Schema einheitlich bei. Du schreibst also beispielsweise entweder alle bisherigen Arbeitgeber und Tätigkeitsbezeichnungen fett, oder keine.
  • Auch Deine Angaben selbst sollten einheitlich aufgebaut sein. Schreibe Zeiten also nicht einmal als Datum (mit Tag, Monat und Jahr) und einmal nur mit Monat und Jahr.
  • Dein Lebenslauf und Dein Anschreiben sollen eine Einheit bilden. Das heißt, sie sollen sich einerseits inhaltlich ergänzen. Andererseits müssen sie auch optisch zusammenpassen. Am besten verwendest Du für den Lebenslauf deshalb dieselbe Schrift wie im Anschreiben.
  • Als Faustregel gilt, dass Dein Lebenslauf maximal zwei DIN A4-Seiten lang sein sollte. Bist Du Schüler oder Berufsanfänger, reicht aber auch eine Seite völlig aus.
  • Dein Lebenslauf endet mit der Angabe von Ort und Datum sowie Deiner handschriftlichen Unterschrift. Diese Angaben platzierst Du linksbündig unterhalb der letzten Station.

 

Das Bewerbungsfoto

Das BewerbungsfotoHierzulande ist es üblich, die Bewerbung mit einem Foto zu ergänzen. Ein Bewerbungsfoto ist kein Pflichtbestandteil einer Bewerbung. Trotzdem erwarten viele Arbeitgeber ein Foto, weil sie sich so buchstäblich ein Bild von Dir machen können. Und Du kannst mit Deinem Bewerbungsfoto Deine Professionalität und Deinen sympathischen Eindruck unterstreichen. Damit das klappt, solltest Du aber ein paar Punkte beachten:

  • Verwende ein qualitativ hochwertiges Foto. Es kostet zwar ein paar Euro, aber Du solltest wirklich zu einem professionellen Fotografen gehen. Er weiß, worauf es bei einem Bewerbungsfoto ankommt und kann Dich optimal in Szene setzen. Passbilder aus dem Automat oder selbst geschossene Fotos sind als Bewerbungsfotos meistens nicht geeignet. Und Schnappschüsse von der letzten Familienfeier, aus dem Urlaub oder von einer Schulveranstaltung haben in der Bewerbungsmappe nichts zu suchen.
  • Achte auf ein gepflegtes Erscheinungsbild. Durch Dein Bewerbungsfoto möchtest Du den positiven Eindruck, den der Arbeitgeber durch Deine Bewerbungsunterlagen hat, abrunden. Deshalb solltest Du seriös, gepflegt und sympathisch wirken. Schau am besten direkt in die Kamera und lächle. Dadurch wirkst Du offen und freundlich. Wenn Du Dich so anziehst und stylst, wie Du auch zum Vorstellungsgespräch gehen würdest, kannst Du nichts falsch machen.
  • Verwende ein aktuelles Foto. Grundsätzlich sollte die Aufnahme nicht älter als ein, allerhöchstens zwei Jahre sein. Wenn Du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, soll Dich der Arbeitgeber ja schließlich wiedererkennen.
  • Farbe, Größe und Format kannst Du auswählen. Die meisten Bewerber entscheiden sich für ein farbiges Bewerbungsfoto. Wenn Du möchtest, kannst Du aber auch ein Foto in Schwarz-Weiß oder Sepia nehmen. Beim Format hast Du ebenfalls die Wahl, das Hochformat ist ebenso möglich wie ein Foto im Querformat. Die Standardgröße für ein Bewerbungsfoto ist 6 x 4,5cm und damit etwas größer als ein Passbild. Je nachdem, wo Du Dein Foto platzierst, darf es aber auch größer sein.
  • Das Foto wird entweder im Lebenslauf oder auf dem Deckblatt Deiner Bewerbung befestigt. Schreibe auf die Rückseite Deinen Namen. Falls sich das Foto ablösen sollte, kann es so Deiner Mappe zugeordnet werden. Befestigen solltest Du das Foto am besten mit Fotoecken oder unsichtbar mit etwas Papierkleber. Auf den Tacker oder eine Büroklammer solltest Du hingegen verzichten.

 

Die Anlagen zu Deiner Bewerbung

Für die Angaben, die Du in Deinem Anschreiben und Deinem Lebenslauf gemacht hast, brauchst Du Nachweise. Diese Funktion übernehmen die Anlagen, die sich in Deiner Bewerbungsmappe befinden. Zu diesen Anlagen gehören grundsätzlich

  • Deine Schulzeugnisse,
  • Nachweise über Deine Berufsausbildung oder Dein Studium,
  • Deine Zeugnisse von früheren Arbeitgebern sowie
  • Bescheinigungen und Zertifikate über Weiterbildungen, Kurse und Seminare.

Allerdings solltest Du auch hier eine Auswahl treffen. Nicht jeder Kurs und jede Weiterbildung haben eine Bedeutung für den Beruf. Beschränke Dich also auf solche Anlagen, die für die angestrebte Position eine Rolle spielen oder Dich tatsächlich für etwas qualifizieren. Bist Du schon länger berufstätig oder älter, kannst Du Deine Schulzeugnisse ebenfalls weglassen. Für den Arbeitgeber ist dann nämlich interessanter, was Du in der Zwischenzeit gemacht hast. Hast Du Zeugnisse und Nachweise aus dem Ausland, solltest Du sie am besten übersetzen lassen. So ist sichergestellt, dass der Arbeitgeber etwas mit Deinen Urkunden und Belegen anfangen kann.

Als Anlagen verwendest Du immer nur Kopien. Du verschickst also niemals die Originale! Achte aber auch auf die Qualität Deiner Kopien. Sie müssen gut lesbar, sauber und ordentlich sein. Natürlich kannst Du Kopien mehrfach verwenden. Sobald eine Kopie aber ein Eselsohr hat oder einen Fleck aufweist, musst Du sie austauschen. Deine Anlagen sortierst Du nach dem Lebenslauf in Deine Bewerbungsmappe ein. Achte dabei aber auf die Reihenfolge! Grundsätzlich werden die Anlagen passend zu den Angaben im Lebenslauf angeordnet. Hast Du im Lebenslauf also mit Deiner aktuellen Station angefangen und bist dann zeitlich rückwärts gegangen, kommt das letzte Arbeitszeugnis nach vorne. Hast Du hingegen mit Deiner Schullaufbahn oder Deiner Ausbildung begonnen, sind diese Zeugnisse die ersten Anlagen. Am einfachsten machst Du es Dir somit, wenn Du Dir Deinen Lebenslauf zur Hand nimmst und Deine Anlagen dann genau so sortierst, wie sie im Lebenslauf auftauchen.

 

Das Deckblatt

Das Deckblatt ist die erste Seite der Bewerbungsmappe. Allerdings ist das Deckblatt kein Pflichtbestandteil, sondern eine freiwillige Zugabe. Das Deckblatt enthält

  • die Überschrift „Bewerbung (als …)“,
  • Dein Bewerbungsfoto und
  • Deine Kontaktdaten.

Die Meinungen zum Deckblatt sind zweigeteilt. Einige Arbeitgeber finden ein Deckblatt recht praktisch. Schließlich sehen sie, wer sich bewirbt. Außerdem haben sie die Kontaktdaten schnell und übersichtlich zur Hand. Andere Arbeitgeber halten ein Deckblatt für eine komplett überflüssige Seite, denn es enthält keine neuen, wichtigen Infos. Stattdessen sind darauf nur Angaben zu finden, die auch schon an anderer Stelle stehen. Du solltest Dir also überlegen, ob Du das Deckblatt brauchst und ob es Deine Bewerbung aufwertet. Hast Du beispielsweise einen recht langen Lebenslauf, kann das Deckblatt hilfreich sein. Dadurch, dass Du ja das Foto auf dem Deckblatt positionierst, schaffst Du auf dem Lebenslauf mehr Platz für eine übersichtliche Gestaltung. Ist Dein Lebenslauf aber nicht zu lang, würde er möglicherweise zu leer wirken, wenn das Foto fehlt. Teste also aus, ob das Deckblatt Deine Bewerbung optisch abrundet, ansprechender macht und einen Mehrwert für sie hat. Ist Deine Bewerbungsmappe ohne Deckblatt genauso ansprechend, lass es weg.

 

Die Dritte Seite

Die Dritte Seite ist ebenfalls kein Pflichtbestandteil einer Bewerbung. Auf der Dritten Seite hast Du Gelegenheit, noch einmal gezielt auf Deine Fähigkeiten, Kenntnisse und Stärken einzugehen. Außerdem kannst Du dem Arbeitgeber in persönlichen Worten Deine Motivation schildern. Aus diesem Grund wird die Dritte Seite auch Motivationsschreiben genannt.

Generell erwartet der Arbeitgeber keine Dritte Seite. Gerade deshalb kann sie Dir wichtige Pluspunkte bringen, denn Du unterstreichst damit, wie engagiert und motiviert Du bist. Voraussetzung dafür ist aber, dass Dein Motivationsschreiben aussagekräftig ist und überzeugend erklärt, warum gerade Du der optimale Kandidat sein könntest. Zudem sollte das Motivationsschreiben tatsächlich neue Infos liefern. Die Dritte Seite macht keinen Sinn, wenn sie nur das wiederholt, was schon im Anschreiben steht und aus dem Lebenslauf hervorgeht. Prinzipiell kann die Dritte Seite ratsam sein, wenn

  • Du Dich als Führungskraft bewirbst. Von einer Führungskraft wird erwartet, dass sie weiß, was sie will. Außerdem sollte sie sich selbst gut einschätzen und ihren bisherigen Weg selbstkritisch reflektieren können. Durch die Dritte Seite kannst Du unter Beweis stellen, dass Du diese Kompetenzen mitbringst. Dabei solltest Du herausarbeiten, wie Du Dich bisher entwickelt hast und warum diese Position jetzt der nächste logische Schritt in Deiner Karriere wäre.
  • Du in vielen unterschiedlichen Bereichen gejobbt hast. Wenn Dein Lebenslauf viele Brüche und Neuanfänge aufweist oder Du in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet hast, entsteht leicht der Eindruck, dass Du letztlich jeden Job angenommen hast, um Dich irgendwie über Wasser zu halten. Wenn die einzelnen Tätigkeiten dann auch noch recht kurz angedauert haben, könnte es wirken, als würde Dir das notwendige Durchhaltevermögen fehlen. Die Dritte Seite gibt Dir die Möglichkeit, Deinen Lebenslauf zu erklären und Zweifel erst gar nicht aufkommen zu lassen. Wichtig ist dann aber, dass Du die Jobs auf einen gemeinsamen Nenner bringst. Dieser Nenner kann beispielsweise die Kompetenz im Umgang mit Menschen, eine soziale Komponente, handwerkliches Geschick oder eine Affinität zu Technik sein. Versuche also den roten Faden zu finden, der auf den ersten Blick so nicht zu sehen ist.

Auch Deine Dritte Seite muss sich aber auf das Wesentliche beschränken und auf den Punkt kommen. Deinen Text solltest Du lesefreundlich gliedern. Insgesamt sollte Dein Motivationsschreiben nicht viel länger als eine halbe Seite sein. Am Ende wird ein Motivationsschreiben immer von Hand unterschrieben. In der Bewerbungsmappe folgt die Dritte Seite nach dem Lebenslauf. Aber noch mal: Wenn Du nichts wirklich Wichtiges mitzuteilen hast, sondern dem Arbeitgeber nur das noch einmal erzählen würdest, was schon im Anschreiben steht, dann lass die Dritte Seite weg.

 

Die äußere Verpackung Deiner Bewerbung

Verpackung Deiner BewerbungDeine Bewerbungsunterlagen sortierst Du in einer Bewerbungsmappe ein. Im Handel sind dafür spezielle Mappen aus einem dickeren Karton erhältlich. Sie sind meist in dunklen, gedeckten Farben gehalten und mit dem Wort “Bewerbung” beschriftet. Du brauchst aber nicht unbedingt eine solche Bewerbungsmappe. Eine Klemmmappe erfüllt den gleichen Zweck und ist zudem kostengünstiger. Außerdem bietet eine Klemmmappe noch einen weiteren wichtigen Vorteil: Da die Unterlagen in der Klemmmappe festgesteckt sind, kann in der Bewerbung wie in einem Heft oder Buch geblättert werden. Im Unterschied dazu sind Bewerbungsmappen meist so konzipiert, dass sie auseinandergefaltet werden. Dies ist zwar übersichtlich, nimmt auf dem Schreibtisch des Arbeitgebers aber viel Platz weg. Hast Du ein Deckblatt erstellt, kannst Du eine Mappe mit einer transparenten Deckseite verwenden. So ist Dein Deckblatt schon von außen sichtbar. Was die Farbe angeht, kannst Du mit einer dunkelblauen, einer schwarzen oder einer bordeauxroten Mappe nichts falsch machen. Eine weiße Mappe ist ebenfalls in Ordnung. Mit anderen Farben solltest Du ein wenig vorsichtig sein. Mit einer intensiven Farbe wie einem leuchtenden Gelb, einem satten Rot oder einem schönen Grün wird Deine Mappe sicher aus dem Stapel hervorstechen. In konservativen Branchen ist dies aber nicht immer so gerne gesehen. Andererseits kannst Du eine Mappe wählen, die die gleiche Farbe hat wie das Logo des Unternehmens. So schaffst Du einen weiteren Bezug und signalisierst, dass Du Dich mit der Firma beschäftigt hast. Letztlich musst Du aber selbst entscheiden, ob eine eher ausgefallene Mappe zu Dir, Deiner Bewerbung und der Stelle passt. Oder ob Du lieber eine klassische Variante wählst.

Auf keinen Fall solltest Du Deine Unterlagen lochen und in einen Schnellhefter abheften. Oder in Klarsichtfolien stecken und mit einem Heftstreifen zusammenhalten. Deine Bewerbungsunterlagen als Sammlung loser Blätter zu verschicken, ist ebenfalls tabu. In die Mappe sortierst Du Deine Bewerbungsunterlagen in folgender Reihenfolge ein:

  • Deckblatt, sofern vorhanden
  • Lebenslauf
  • Dritte Seite, sofern vorhanden
  • Anlagen in der Reihenfolge, wie die Stationen im Lebenslauf angeordnet sind.

Das Anschreiben kommt nicht in die Bewerbungsmappe! Es wird stattdessen lose außen auf die Mappe gelegt. Die Mappe samt Anschreiben verpackst Du dann in einem ausreichend großen Briefumschlag. Achte darauf, dass Du die Versandtasche sauber und ordentlich beschriftest. Das Kuvert ist nämlich genauso Teil Deiner Bewerbung und es macht keinen guten Eindruck, wenn Du hier nicht genauso sorgfältig bist wie beim Rest. Frankiere Deine Bewerbung zudem ausreichend. Wenn Du Dir mit dem Porto nicht ganz sicher bist, gib Deine Sendung direkt am Postschalter ab. Es wäre schade, wenn Deine Bewerbung zurückkommt, weil das Porto nicht ausgereicht hat. Und es wäre sehr peinlich, wenn die Bewerbung zwar zugestellt wird, der Arbeitgeber aber ein Strafporto bezahlen muss.

 

Wie schreibt man eine Bewerbung per E-Mail?

Bewerbung per E-MailVerglichen mit einer klassischen Bewerbung bietet eine digitale Bewerbung einige Vorteile: Sie spart Papier, die Portokosten entfallen und die Bewerbung ist in wenigen Sekunden beim Empfänger angekommen. Aber es gibt ein paar Besonderheiten, die Du beachten musst. So solltest Du zunächst einmal prüfen, in welcher Form der Arbeitgeber die Bewerbung überhaupt haben möchte. Vor allem größere Unternehmen bieten oft Online-Bewerbungsformulare an. Ein solches Formular ist dann auf der Homepage hinterlegt. Du füllst es aus, lädst Deinen Lebenslauf und die wichtigsten Zeugnisse als Zusatzdokumente hoch und schickst das Ganze ab. Gibt es kein Online-Bewerbungsformular, kannst Du Deine Bewerbung vielleicht per E-Mail einreichen. Dies erkennst Du daran, dass bei den Kontaktdaten eine E-Mail-Adresse angegeben ist. Du kannst aber auch anrufen und nachfragen. Steht in der Stellenbeschreibung hingegen, dass Du eine klassische Bewerbungsmappe einreichen sollst, dann halte Dich auch an diese Bitte. Kannst und möchtest Du Deine Bewerbung per E-Mail abgeben, solltest Du unbedingt auf folgende Punkte achten:

  • Inhaltlich gibt es keine Unterschiede zwischen einer klassischen Bewerbung auf Papier und einer E-Mail-Bewerbung. Auch eine Bewerbung per E-Mail umfasst also das Anschreiben, den Lebenslauf mit Foto und die wichtigsten Zeugnisse. Außerdem hat eine E-Mail-Bewerbung genau den gleichen Stellenwert. Die moderne Variante bedeutet nicht, dass Du Dir Rechtschreib- und Grammatikfehler leisten darfst. Erstelle Deine E-Mail-Bewerbung also genauso sorgfältig wie eine herkömmliche Bewerbung.
  • Als Faustregel bei einer E-Mail-Bewerbung gilt, dass sie neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf maximal drei Anlagen enthalten sollte. Wähle also Deine drei wichtigsten und aussagekräftigsten Zeugnisse aus. Deine Unterlagen solltest Du dann am besten als eine PDF-Datei zusammenfassen. Das Format PDF hat den Vorteil, dass die Dokumente auf jedem Rechner angezeigt werden können. Dies ist deshalb wichtig, weil Du ja nicht weißt, welche Computerprogramme der Arbeitgeber verwendet. Zudem ändert sich die Form der Dokumente bei einem PDF nicht. Sicherheitshalber solltest Du Dir Deine Bewerbung nach dem Umwandeln in ein PDF aber einmal ausdrucken. Auf Papier können die Unterlagen nämlich ganz anders aussehen als auf dem Bildschirm. Sie müssen aber in beiden Versionen ansprechend sein, denn der Arbeitgeber wird sich Deine Dokumente auch ausdrucken.
  • Das Anschreiben solltest Du mit in Dein PDF packen. Wenn sich der Arbeitgeber Deine Bewerbung ausdruckt, hat er so alle Unterlagen zusammen. In der E-Mail reicht es aus, wenn Du in zwei, drei kurzen Sätzen schreibst, dass Du Dich bewirbst und Deine Unterlagen im Anhang sind.
  • Der Betreff Deiner E-Mail sollte genauso aufgebaut sein wie der Betreff bei einem klassischen Bewerbungsanschreiben. Schreibe also beispielsweise „Bewerbung als …, Kennziffer …) So ist sichergestellt, dass Deine Bewerbung gleich richtig zugeordnet werden kann.
  • Wie bei einer klassischen Bewerbung gilt, dass Du den zuständigen Ansprechpartner ermitteln solltest. Steht in der Stellenanzeige keine konkrete E-Mail-Adresse, solltest Du bei dem Unternehmen anrufen und Dir die E-Mail-Adresse sagen lassen. Schickst Du Deine Bewerbung an eine allgemeine Adresse wie „info@firmenname.de“ riskierst Du, dass Deine Bewerbung erst mit Verspätung oder schlimmstenfalls gar nicht beim richtigen Ansprechpartner ankommt.
  • Achte unbedingt darauf, dass Du eine seriöse E-Mail-Adresse verwendest. Am besten ist eine E-Mail-Adresse, die sich aus Deinem Vor- und Nachnamen zusammensetzt. Eine E-Mail-Adresse wie „schatzi2014@xxx.de“ wirkt unseriös, unprofessionell und ist für eine Bewerbung nicht geeignet. Wenn Du Dir extra eine E-Mail-Adresse für Deine Bewerbungen einrichtest, vergiss nicht, das Postfach regelmäßig zu kontrollieren. Es wäre schließlich schade, wenn Du die Antwort des Unternehmens verpasst.

 

Wie schreibt man eine Initiativbewerbung?

Nicht alle freien Stellen werden ausgeschrieben. Für ein Unternehmen ist eine Stellenanzeige mit viel Zeit, Arbeit und hohen Kosten verbunden, denn meist gehen sehr viele Bewerbungen ein, die alle bearbeitet müssen. Deshalb merken sich viele Unternehmen interessante Bewerbungen vor, die zwar nicht direkt berücksichtigt werden konnten, aber auf die sie später zurückgreifen können. Manchmal hilft auch der Zufall weiter. So wird vielleicht gerade eine Stelle frei und just in diesem Moment erhält der Arbeitgeber eine passende Bewerbung. Durch eine Initiativbewerbung sicherst Du Dir noch einen weiteren großen Pluspunkt: Du zeigt Engagement und Dein Interesse am Unternehmen. Anders als bei der Bewerbung auf eine Stellenanzeige hast Du bei einer Initiativbewerbung außerdem kaum Konkurrenz. Der Arbeitgeber kann sich folglich auch mehr Zeit für Deine Bewerbung nehmen. Damit Deine Initiativbewerbung den gewünschten Effekt erzielt, solltest Du aber folgende Punkte berücksichtigen:

  • Eine Initiativbewerbung darf nicht wie eine Blindbewerbung wirken! Setzte also nicht ein Anschreiben auf, das Du in identischer Form an alle möglichen Unternehmen richtest. Deine Initiativbewerbung muss einen konkreten Bezug zu dem jeweiligen Unternehmen haben. Informiere Dich also zuvor über die Firma und überlege Dir, warum Du ausgerechnet für diese Firma tätig werden willst.
  • Ermittle, wer Dein zuständiger Ansprechpartner ist. Eine Bewerbung, die den zuständigen Ansprechpartner persönlich anspricht, kommt immer besser an als eine allgemeine Bewerbung. Außerdem kannst Du so gleich in Erfahrung bringen, ob eine Kurzbewerbung reicht oder ob der Arbeitgeber eine vollständige Bewerbungsmappe sehen möchte.
  • Das Anschreiben Deiner Initiativbewerbung ist grundsätzlich genauso aufgebaut wie das Anschreiben von einer herkömmlichen Bewerbung. Wichtig ist aber, dass Du ausführlich erklärst, warum Du Dich gerade bei diesem Unternehmen bewirbst. Außerdem muss aus Deinem Anschreiben hervorgehen, was Du derzeit machst, welche Qualifikationen und Kompetenzen Du mitbringst und was Deine Stärken sind. Du hast dabei den Vorteil, dass Du Dich nicht konkret auf irgendwelche Anforderungen beziehen musst. Du hast ja keine Stellenanzeige, auf die Du Dich bewirbst. Trotzdem muss klar werden, in welche Richtung es gehen soll. Überlege Dir also, in welchem Bereich Du arbeiten willst und worauf es dort ankommt. So hast Du Anhaltspunkte, welche Kompetenzen und Stärken Du besonders herausarbeiten solltest.

 

Wie schreibt man eine Kurzbewerbung?

Manchmal steht in einer Stellenanzeige, dass Du eine Kurzbewerbung einreichen sollst. Und auch bei einer Initiativbewerbung ist eine Kurzbewerbung oft eine gute Wahl. Bei einer Kurzbewerbung geht es darum, die wichtigsten Infos zu einer Person kurz, prägnant und übersichtlich darzustellen. Deshalb besteht eine Kurzbewerbung

  • aus einem Anschreiben, das maximal eine DIN A4-Seite lang sein darf,
  • und einem tabellarischen Lebenslauf.

Zeugniskopien und andere Anlagen werden nicht hinzugefügt. Dein Anschreiben und den Lebenslauf heftest Du auch nicht in einer Mappe ein. Stattdessen faltest Du sie wie einen normalen Brief und verschickst sie in einem herkömmlichen Briefumschlag. Wenn der Arbeitgeber Interesse an, wird er Dich auffordern, Deine Bewerbungsmappe nachzureichen oder Deine Unterlagen zum Vorstellungsgespräch mitzubringen. Ansonsten gelten für das Anschreiben und den Lebenslauf die gleichen Regeln wie bei einer normalen Bewerbung. Achte also auf aussagekräftige Inhalte und eine ordentliche, ansprechende Optik.

 

Wie schreibt man eine Bewerbung, wenn …?

FragezeichenJedes Leben verläuft anders. Nicht jeder schließt die Schule ab, absolviert dann eine Ausbildung, steigt danach ins Berufsleben ein und geht anschließend stetig seinen beruflichen Weg weiter. Manchmal sind Knicke und Brüche im Lebenslauf durchaus beabsichtigt gewesen, manchmal haben sich gewisse Lücken eben einfach ergeben. Ein Arbeitgeber weiß, dass ein Lebenslauf nicht immer geradlinig ist und erwartet das auch nicht unbedingt. Allerdings macht das die Sache für Dich nicht unbedingt leichter. Schließlich musst Du Deine Situation ja in die Bewerbung einfließen lassen. Und spätestens im Vorstellungsgespräch wirst Du Dich zu Deinem bisherigen Werdegang auch äußern müssen. Aber wie kannst Du Lücken und Brüche in der Bewerbung angeben, ohne dass sie sich nachteilig auswirken? Und was schreibst Du, wenn Du einen Job hast, aber wechseln willst? Hier ein paar Tipps.

Wie schreibt man eine Bewerbung, wenn

  •  man noch in einem Arbeitsverhältnis steht?  Möchtest Du den Arbeitgeber wechseln, wirst Du das in aller Regel damit begründen, dass Du Dich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen willst. Damit diese Aussage aber Tiefe bekommt, solltest Du die Aufmerksamkeit auf die Perspektiven lenken, die Dir das neue Unternehmen bietet. Erläutere also, warum Du Deine berufliche Laufbahn ausgerechnet bei diesem Unternehmen fortsetzen willst. Im Schlussteil des Anschreibens solltest Du außerdem erwähnen, ab wann Du die neue Stelle antreten könntest. Du kannst also beispielsweise schreiben: „Da ich mich in ungekündigter Stellung befinde, könnte ich Ihnen unter Berücksichtigung meiner Kündigungsfrist meine Mitarbeit ab dem … anbieten.“
  •  man keinen Schulabschluss hat?  Ob Du einen Schulabschluss hast oder ob nicht, ist letztlich nicht entscheidend. Entscheidend ist vielmehr, ob Du die Qualifikationen, Kenntnisse und Fertigkeiten mitbringst, die die angestrebte Stelle erfordert. In Deiner Bewerbung musst Du also aufzeigen, warum Du die optimale Besetzung für die Position sein könntest. Wenn Du den Arbeitgeber von Deinem Können, Deinen Stärken und Deiner Leistungsbereitschaft überzeugen kannst, rückt Dein fehlender Schulabschluss in den Hintergrund.
  •  man keine Berufserfahrung mitbringt?  Als Schüler oder Schulabgänger kannst Du noch keine großartige Berufserfahrung haben. Woher auch? Bei einem Praktikum und einer Ausbildung geht es ja gerade darum, Berufserfahrung zu sammeln. Aber auch wenn Du bislang keinen Job gefunden hast oder in ganz anderen Bereichen tätig warst, wirst Du vielleicht keine praktische Erfahrung für Deine Wunschstelle mitbringen. Wichtig ist dann, dass Du aufzeigst, welche Kompetenzen Du mitbringst und welche Eigenschaften Dich auszeichnen. Deine Stärken kannst Du anhand von Erlebnissen und Erfahrungen aus Deinem Privatleben oder der Schule erläutern. So kannst Du Schulfächer und Kurse nennen, die Deine Interessen belegen. Du kannst Hobbys oder Aufgaben aus dem alltäglichen Leben erwähnen, die von Eigenschaften wie Verantwortungsbewusststein, Organisationstalent, Flexibilität, Belastbarkeit und anderen sozialen Kompetenzen zeugen. Vieles, das im Beruf wichtig ist, kann man auch außerhalb des Berufs lernen.
  •  man gekündigt wurde oder arbeitslos ist?  Wenn Du Deinen Traumjob schon hättest, würdest Du keine Bewerbung schreiben. Du schreibst also gerade deshalb eine Bewerbung, weil Du auf Jobsuche bist. Entscheidend ist deshalb nicht, warum Du aktuell keinen Job hast. Viel wichtiger ist, warum Du den ausgeschriebenen Job willst. Lenke die Aufmerksamkeit also auf Deine Kompetenzen und Deine Stärken. Zeige auf, wie Du Dich entwickelt hast und was Du kannst. Bist Du schon länger arbeitslos, kann es sinnvoll sein, Deinen Lebenslauf chronologisch anzuordnen. Dadurch steht Dein Werdegang stärker im Mittelpunkt und weniger die aktuelle Situation. Zeiten, in denen Du arbeitslos warst, solltest Du mit sinnvollen Beschäftigungen ausfüllen. Dies können Kurse und Maßnahmen der Arbeitsagentur sein. Aber auch wenn Du Dir selbst Wissen angeeignet hast, z. B. Computerkenntnisse, solltest Du das erwähnen.
  •  man ein Kind hat?  Ob Du Kinder hast oder nicht, sagt zunächst einmal nichts über Deine berufliche Qualifikation aus. Du musst im Lebenslauf Deinen Familienstand auch nicht angeben. Du solltest für Dich nur im Vorfeld abklären, ob Du die Kinderbetreuung sicherstellen kannst. Dies gilt vor allem für Situationen, wenn Du mal kurzfristig einspringen oder länger arbeiten musst. Eine gewisse zeitliche Flexibilität erwartet Dein Arbeitgeber nämlich. Außerdem können gerade Deine Kinder ein Nachweis für Kompetenzen wie Belastbarkeit, Geduld und Organisationstalent sein. Vielleicht hast Du Deine Elternzeit auch genutzt, um Dich weiterzubilden oder Dir neues Wissen in Bereichen anzueignen, mit denen Du so vorher nichts zu tun hattest. Das kannst Du natürlich ebenfalls erwähnen.
  •  man eine Ausbildung abgebrochen hat?  Du wirst sicher Deine Gründe dafür gehabt haben, warum Du die Ausbildung nicht zu Ende gebracht hast. Ob Du in der Bewerbung auf den Abbruch eingehen solltest oder nicht, hängt davon ab, wie lange er zurückliegt. Und was Du in der Zwischenzeit gemacht hast. Ist der Abbruch noch recht frisch, kannst Du kurz darauf eingehen. Du kannst schreiben, dass Du festgestellt hast, dass Du dieser Beruf langfristig nichts für Dich ist. Oder dass Du Dich an anderer Stelle beweisen möchtest. Schreibe aber auf keinen Fall etwas Schlechtes über Deinen Ausbildungsbetrieb. Außerdem solltest Du die Aufmerksamkeit darauf lenken, was Du während der Ausbildung gelernt und welche Aufgabenbereiche Du kennengelernt hast. Versuche die positiven Aspekte Deiner Ausbildung zu benennen und in einen Zusammenhang mit der jetzt angestrebten Position zu bringen. Liegt die Ausbildungszeit schon lange zurück oder hast Du zwischenzeitlich woanders gearbeitet, konzentriere Dich darauf. Betone Deine Kompetenzen und Stärken.
  •  man eine anonyme Bewerbung abgeben soll?  Eine anonyme Bewerbung soll verhindern, dass einzelne Bewerber Nachteile wegen ihres Alters, des Geschlechts, der Hautfarbe und anderen persönlichen Merkmalen haben. Entscheidend bei einer anonymen Bewerbung sind somit nur die fachlichen Qualifikationen und persönlichen Kompetenzen. Ein paar Unternehmen haben die anonyme Bewerbung eingeführt. Teilweise wird dieses Verfahren noch getestet, teilweise wurde es als Standard etabliert. Wenn Du eine anonyme Bewerbung einreichen sollst, musst Du alle persönlichen Daten streichen. Am besten fertigst Du dazu ein ganz normales Anschreiben und einen herkömmlichen Lebenslauf an. Anschließend streichst Du aus dem Lebenslauf alle Angaben, die etwas über Dich als Person aussagen. Der Block mit den persönlichen Daten fällt also komplett weg, ebenso das Bewerbungsfoto. Deine bisherigen Stationen gibst Du zwar an, allerdings ohne konkrete Zeitangaben (dadurch könnte nämlich Dein Alter hergeleitet werden). Das Anschreiben bleibt im Prinzip gleich. Allerdings unterschreibst Du es nicht. Und Du gibst weder Deinen Namen noch Deine Kontaktdaten an. Damit Dich der Arbeitgeber kontaktieren kann, brauchst Du eine neutrale E-Mail-Adresse. In den Kopien von Deinen Zeugnissen musst Du alle Angaben schwärzen, die Rückschlüsse auf Dein Geschlecht und Dein Alter ermöglichen. Bist Du in der engeren Auswahl, wird Dich der Arbeitgeber dann darum bitten, ihm eine herkömmliche Bewerbungsmappe zuzuschicken oder Deine Unterlagen zum Vorstellungsgespräch mitzubringen.
  •  man an einer bestimmten Schule aufgenommen werden will?  Eine Schule oder eine Uni hat in aller Regel Formulare, die Du ausfüllen musst. Manchmal musst Du dort angeben, warum Du ausgerechnet diese Schule besuchen willst. Meistens wirst Du Deinen Aufnahmewunsch damit begründen, dass die Bildungseinrichtung eben die Fächer oder Ausbildung anbietet, für die Du Dich entschieden hast. Außerdem kannst Du immer mit der langen Tradition und dem guten Ruf der Bildungseinrichtung argumentieren. Das ist zwar vielleicht nicht besonders kreativ, aber wirkungsvoll. Achte allerdings darauf, dass Du immer alle Unterlagen einreichst, die im Zuge des Bewerbungs- und Anmeldeverfahrens gefordert sind. Sind Deine Unterlagen unvollständig, wird Deine Bewerbung oft nicht berücksichtigt werden können. Ähnlich ist es übrigens, wenn Du Dich um eine Wohnung bewirbst. Vor allem in Großstädten ist schöner und bezahlbarer Wohnraum knapp und die Nachfrage entsprechend groß. Deshalb wirst Du mitunter eine Art Bewerbungsformular vom Vermieter oder Makler erhalten, das Du ausfüllen musst.

 

Und noch ein letzter Tipp zum Schluss:

Schreibe niemals irgendwelche Bewerbungsmuster oder Vorlagen einfach nur ab! Natürlich kannst Du Dich an solchen Beispielbewerbungen orientieren. Damit Deine Bewerbung erfolgreich ist, muss sie aber zu Dir ganz individuell, zu der Stelle und zu dem Unternehmen passen. Du wirst keinen Arbeitgeber mit einem Standardtext überzeugen können, den er so schon unzählige Male gelesen hat und von den einschlägigen Internetseiten kennt.